Das Feuerlöschwesen in Stadtilm
Die Brandbekämpfung in der Stadt gehörte seit 1596 zu den Pflichten der Bürger. Das Feuer in der Stadt war gefürchtet wie die Pest, der Krieg, Hunger- und Wassernot. Die beschlossenen Feuerordnungen bestimmten die Organisation der Bürger, der eingesetzten Zunftleute wie der Bauhandwerker der Schmiede usw. Über die Wasserzufuhr mit Ledereimer und Wasserkufen sowie den Einsatz der Hauptlöschgeräte von Leitern, Feuerhaken und Gabeln.
Die Feuerspritzen wurden erst 1602 erfunden. Der erste und uns bekannte Großbrand ereilte die Stadt 1675. Die größte Brandkatastrophe Stadtilm war der 1. August 1780. Von 312 Häuser waren 173 abgebrannt, 200 Familien wurden in wenigen Stunden obdachlos. „Früh auf, spät nieder, bringt verlorenes Gut wieder!“. Das war der Stadtilmer Bürgerwahlspruch nach diesem Großbrand.
Die bisherige Alarmierung durch Nachtwächter der Stadt wurde ab 1802 bis 1886 durch eine Alarmkanone –stationiert auf den Buchberg – zum Lärmschießen bei Feuersbrunst erweitert. 1823 kam eine Handdruckspritze in die Stadt welche auch ab 1838 von der Pflichtfeuerwehr Stadtilm mit eingesetzt wurde. Alle männlichen Bürger von 20 bis 50 Jahre wurden zum Feuerwehrdienst verpflichtet. Bei Nichterscheinen der Bürger gab es eine Geldstrafe, welche durch den Stadtrat ausgesprochen und einkassiert wurde.
Durch die körperlich leistungsfähigen Männer des Stadtilmer Turnervereins wurde 1865 die Freiwillige Feuerwehr, zusätzlich der schon bestehenden Stadtilmer Pflichtfeuerwehr, gegründet. Nach einem Grundgesetz der Lösch und Rettungskompanie, ein Disziplinargesetz sowie einem Statut der Freiw. Feuerwehr Stadtilm war der Grundstein für eine organisierte und leistungsfähige Feuerwehr, gelegt.
1896 zählte Stadtilm 3200 Bürger davon waren 60 Kameraden in der FF. Stadtilm eingeschrieben. 1897 war für die Feuerwehr der Stadt, der 3. Landes Feuerwehrtag Schwarzburg/Rudolstadt der Höhepunkt, aber auch das Problemjahr. Von Juni bis Sept. brannte es 7 mal in Stadtilm. Der Schlossbrand ( das jetzige Rathaus ) im Oktober war der verheerendste Brand.
Man schreibt das Jahr 1915. Die Stadtilmer Freiw. Feuerwehr bestand 50 Jahre und 27 Kameraden wurden zum 1. Weltkrieg eingezogen. Eine Jugendabteilung musste und wurde auch 1924 aufgebaut. Aber die Inflation brachte fast den Feuerwehrstillstand. Jahre brauchte die Stadt Stadtilm um ihre Feuerwehr wieder vollständig Einsatzbereit zu bekommen. Sie schaffte es unter schwierigen Bedingungen.
Aus einer „Gerberscheune“ in der Kastanienallee an der Ilm stehend, wurde 1925 ein damals für den Landkreis Arnstadt modernstes Gerätehaus errichtete. Mit der Errichtung eines Steigerturms, zum trocknen der Hanfschläuche und einer eigenen Tankstelle für das erste im Kreis Arnstadt eingeführte Motor-Löschfahrzeug ,LF12 Mercedes Benz. Die Einsätze im damaligen Ausrückebereich der Stadtilmer Kam., wurden von der Kreisgrenze des Dorfes Rockhausen (Osten) bis nach Masserberg, und von Crawinkel bis Remda, bis 1952 abgesichert. Selbst in Kranichfeld wurde im April 1934 Löschhilfe beim Schlossbrand geleistet.
Die Pflichtfeuerwehr wurde 1932 aufgelöst.
1945 hat die Wehr das Löschfahrzeug „Magirus“LF15 von der Löschgruppe des ehem. Rheinmetallbetriebes Sömmerda (dann GEWES) übernommen und in der Stadt wurden 4 Sirenen für den Feueralarm installiert. Bis 1953 konnten wieder 41 junge Kameraden für den Feuerwehrdienst gewonnen werden.
1958 wurde ein Spielmannszug der Fw. gegründet , der sich 1973 leider wieder aufgelöst hat.
100 Jahre Fw wurde 1965 mit der Stadtilmer Bevölkerung und umliegenden Feuerwehren ( auch mit einen Umzug ) ausgiebig gefeiert.
Eine Frauengruppe der Feuerwehr hat sich 1970 gegründet , welche für den vorbeugenden Brandschutz der Stadt mit verantwortlich waren. Sie haben selbstständig in Wohnungen, Verkaufsstellen, Schulen, Kindergärten Betrieben Brandschutzkontrollen durchgeführt.
Stadtilm ist seit 1980 Stützpunktfeuerwehr bis zum heutigen Tag mit einen Ausrückebereich zu 30 umliegende Gemeinden.
Bei Großbränden im Ilm-Kreis kommt Löschhilfe der Stadtilmer Kameraden für den gesammten Ilmkreis in Frage. Die besondere Einsatzhilfe zusätzlich kommt noch mit der Autobahn A 71 und die Bereitschaft zu der Einsatzsicherung der ICE –Bahnstrecke durch den Ilmkreis dazu..
Auf Grund der Kommunalverfassung zur Selbstverwaltung der Gemeinden 1990, beschließt die FF Stadtilm eine neue Feuerwehrsatzung mit den Abteilungen Einsatzabteilung, Alters-und Ehrenabteilung, Jugendabteilung sowie eine Kostensatzung (1991).
Am 1.5.1991 wurde der Stadtilmer Feuerwehrverein gegründet. Einer der ersten Fw.-Vereine im Kreisfeuerwehrverband., der sich am 4.5.1991 gebildet hat.
Zur Zeit besteht die Einsatzabteilung von 2 jungen Kameradinnen und 38 Kameraden, welche auch als Gruppenführer, Zugführer, Maschinisten, Gerätewart für Technik und Gerätewart für Atemschutz zusätzlich tätig sind. Alle Kameradin und Kameraden sichern den Einsatz – und Ausbildungsdienst, nach einen Schulungs – und Ausbildungsplan in ihrer Freizeit ab. Im Jahr 2016 – waren das 3824 freiwillig geleistete Stunden. Das Durchschnittsalter der Einsatzgruppe ist gute 32 Jahre. 8 Brände 2016 sowie 38 Hilfeleistungen bei Beseitigung von Ölspuren, bei Verkehrsunfällen oder Einsätze gemeinsam mit den SAB. wurden bei Tag oder Nacht geleistet.
Der Altersabteilung der Stadtilmer Feuerwehr gehören zur Zeit 42 Kamd. und Kam. als ehemalige Mitglieder der Einsatzabteilung der FF Stadtilm an. Unser ältestes Mitglied war nachweisbar seit August 1945 als Maschinist bis 1970, Angehöriger der Einsatzgruppe .
Die Jugendabteilung der Feuerwehr ist ein Schwerpunkt in unserer Wehr, denn sie bringt doch letztlich den Nachwuchs ab 10 Jahre für die Einsatzabteilung.
Die erste Jugendabteilung der FF Stadtilm wurde 1924 gegründet. 1971 erfolgte nach Jahren der „Ruhe“ die Gründung der Arbeitsgemeinschaft „Junge Brandschutzhelfer“ an den beiden hiesigen Schulen. Als AG bestand sie bis 1991, daraus wurde die Jugendfeuerwehr der FW Stadtilm, welche 2017 aus 12 Jungen und 5 Mädchen besteht.
2001 zog die Feuerwehr in ein neu gebautes Gerätehaus mit 7 Fahrzeug-Stellplätzen.
